01. März 2012

25 Jahre Familienunternehmerin mit Leib und Seele

Margrit Harting

Lehrerin wollte sie auf keinen Fall werden. Doch es kam anders. Denn damals wurde getan, was die Eltern beschlossen.

Der Vater führte in Rahden eine private Handelsschule und hier unterrichtete Margrit Kohlhase dann nach ihrem Studium in Bonn, Würzburg, Innsbruck und Mannheim ab 1971 – in diesem Jahre heiratete sie auch Dietmar Harting – sechs Jahre lang als Dipl.-Handelslehrerin. Als sie die Tätigkeit aufgab und sich fortan der Kindererziehung widmete, hatte sie längst ihre pädagogische Ader entdeckt und eine gewisse Vorliebe für den Rotstift. Dass spüren ihre heutigen Mitarbeitenden nicht selten im täglichen Umgang. Denn seit nunmehr 25 Jahren leitet Margrit Harting gemeinsam mit ihrem Ehemann das Espelkamper Familienunternehmen HARTING. Am 1. März 1987 begann die damals 38-Jährige, geboren 1945 im lippischen Schötmar, zunächst als Alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführerin der damaligen HARTING Elektronik GmbH. Der Umsatz lag bei umgerechnet rund 75 Millionen Euro; 1.165 Mitarbeitende zählte der Betrieb in Deutschland. Seit 1992 ist die zweifache Mutter und sechsfache Großmutter Geschäftsführende Gesellschafterin.

Mit dem Eintritt der studierten Pädagogin beginnt eine neue Ära in der Firmenhistorie. Margrit Harting kreiert Ideen, setzt Impulse, skizziert Visionen und wirkt nachhaltig in der Region und darüber hinaus. Unternehmenskultur rückt in den Mittelpunkt. Betriebliche Kommunikation, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Personalarbeit, Frauenförderung, Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten werden auf allen Ebenen ausgebaut und professionalisiert. HARTING präsentiert sich nach innen und außen als High-Tech-Weltunternehmen, erhält Auszeichnungen als Top-Arbeitgeber und große Anerkennung als Sponsor und Förderer von Kunst und Kultur im Mühlenkreis. Bei allem ist Margrit Harting die treibende Kraft, inspirierende Macherin und echte Event-Managerin mit allerhöchstem Anspruch. Und eine glänzende Rednerin, mit Geist, Witz und klaren Standpunkten. Betriebsfeste, Firmenjubiläen, Messeauftritte und Einweihungen wie beim Botta-Bau in Minden werden zu geselligen und gesellschaftlichen Ereignissen. „Sie ist eine Persönlichkeit und Perfektionistin in allem“, bekunden anerkennend Mitarbeitende und Geschäftspartner.

Ihr besonderes Interesse gilt auch Espelkamp. Beides, Stadt und Unternehmen, gehören für die Ehrenbürgerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, untrennbar zusammen. Denn der Global Player bedarf für seine Entwicklung und die Gewinnung hochqualifizierter Mitarbeitender eines attraktiven Standorts. Dafür setzt sich Margrit Harting ein, kämpferisch, fordernd und mitunter ungeduldig, wenn Bedenkenträger allzu sehr das Wort führen. „Ihr geht es dabei immer um die Sache“, bescheinigen ihr selbst jene, die sie als harte Verhandlungspartnerin kennen. Ein Jahrzehnt lang leitet sie das Volksbildungswerk. Sie macht das Neue Theater zu ihrer Herzensangelegenheit, kümmert sich persönlich um die aufwändige Modernisierung und den Spielplan. Klopfenden Herzens steht sie 2006 in Berlin Claus Peymann gegenüber und kann den international berühmten Intendanten des Berliner Ensembles für inzwischen drei Theater-Gastspiele in Espelkamp gewinnen.

Seit einem Vierteljahrhundert stehen Dietmar und Margrit als kongeniales Duo zusammen an der Spitze des Unternehmens. Hier der besonnene Praktiker und Techniker, dort die Power-Frau, Jägerin und leidenschaftliche Tänzerin, die darauf achtet, dass auch die schönen Momente des Lebens nicht zu kurz kommen. Die zu Festtagen ihren Mitarbeitenden mit kleinen Aufmerksamkeiten dankt und zu deren Geburtstagen jedes Mal zu einem „Happy Birthday“-Ständchen anhebt. Am heutigen Tag des Silber-Jubiläums im Dienst der HARTING Technologiegruppe dürfte aber, so wie es im Hause Sitte ist, Margrit Harting selbst der Adressat von Glückwünschen werden.