15. Dezember 2010

Mittelstand durch Innovation und universitäre Qualifikation fördern

Dr. Axel Mangelsdorf

Dr. Florian Köhler

Im Januar 2008 wurde das HARTING Graduiertenkolleg an der TU Berlin, Fachgebiet für Innovationsökonomie, ins Leben gerufen.

Das HARTING Graduiertenkolleg stellt sich der Aufgabe, wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Innovation und Mittelstand zu fördern. So werden junge Menschen gefördert, sich wissenschaftlich mit Themenstellungen auseinander zu setzen, die elementar für den deutschen Mittelstand sind.

Aktuell
Die beiden ersten Doktoranden Florian Köhler und Axel Mangelsdorff stehen aufgrund ihrer ausgezeichneten Leistung stellvertretend für den Erfolg dieses Ansatzes: Beide Wissenschaftler haben innerhalb von drei Jahren wissenschaftliche Leistungen zum einen zur Thematik intellektueller Eigentumsrechte und zum anderen zu Fragen der Standardisierung hervorgebracht, die ihnen sowohl die Doktorwürde mit Auszeichnung einbrachten. Ihre Forschung hat es ihnen auch ermöglicht, sich durch Konferenzbeiträge und Zeitschriftenartikel in die maßgeblichen internationalen wissenschaftlichen Debatten einzubringen. Nach Abschluss ihrer Promotion werden beide ihre Karrieren in namhaften wissenschaftlichen Institutionen fortsetzen.

Motivation
Dietmar Harting engagiert sich seit Jahrzehnten aktiv in Verbänden und Institutionen, sowohl in Deutschland als auch in Europa. Dabei legt er großen Wert darauf, die Belange und Interessen des deutschen Mittelstands zu verdeutlichen: Der deutsche Mittelstand stellt einen großen Teil der heimischen Arbeitsplätze. Zudem engagiert sich insbesondere der eigentümergeführte Mittelstand über Generationen hinweg für den Standort Deutschland. Von besonderer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit dieses Unternehmenstypus ist die Etablierung von Neuem am Markt – sprich die Innovation. Doch das Wissen über Mittelstand und Innovation ist in der Ausbildung von jungen Akademikern und in der Forschung nicht weit verbreitet. Um diese Lücke zu schließen, initiierte Dietmar Harting die Einrichtung des HARTING Graduiertenkollegs.

HARTING Graduiertenkolleg
Zielsetzung des HARTING Graduiertenkollegs „Mittelstand und Innovation“ ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs im Rahmen von Dissertationen zu einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit den Erfolgsfaktoren und den notwendigen Rahmenbedingungen des global erfolgreichen deutschen Mittelstands – der Global Medium Sized Enterprises –GMEs – zu ermuntern. Das Fachgebiet Innovationsökonomie an der Fakultät für Wirtschaft und Management unter fachlicher Leitung von Professor Knut Blind unterstützt gemeinsam mit der HARTING Technologiegruppe die Qualifikation exzellenter Nachwuchswissenschaftler. Das HARTING Graduiertenkolleg begann mit der Besetzung von zwei Graduiertenstellen, für die eine Laufzeit von je drei Jahren vorgesehen war. Die Graduierten Florian Köhler und Axel Mangelsdorf konnten in weniger als drei Jahren ihre Doktorarbeit erfolgreich verteidigt – beide mit der hervorragenden Auszeichnung „Summa cum Laude“. Dr. Florian Köhler hat sich in seiner Arbeit mit unterschiedlichen Aspekten des Patentwesens vom Anmeldeverhalten über Lizenzierungsstrategien bis hin zu Verletzungsrisiken befasst. Dr. Axel Mangelsdorf legte seinen Schwerpunkt auf die Standardisierung und Normung, ein noch wenig erforschtes Feld. Ihm ging es sowohl um die Motive der Partizipation an Normungsgremien als auch um die treibenden Faktoren für die Implementierung bestimmter Standards und die Wirkung von Standards für den Handel Europas mit China.

Ab dem 01. Januar 2011 werden zwei weitere junge Wissenschaftler ihre Stelle antreten. Die Graduierten sind Beschäftigte am Lehrstuhl von Prof. Blind. Während der drei Jahre ihrer Anstellung im HARTING Graduiertenkolleg widmen die sich ausschließlich ihren Forschungen. Dazu gehören neben der Beforschung von Themen im Bereich „Mittelstand und Innovation“, auch entsprechende Forschungsaufenthalte z. B. am Europäischen Patentamt oder der Weltbank, die Präsentation der Ergebnisse auf den entsprechenden wissenschaftlichen Konferenzen, wie z. B. der Schumpeter-Gesellschaft, und schließlich deren Publikation in international renommierten Fachzeitschriften.

Der deutsche Mittelstand
Der deutsche Mittelstand wird in der Regel auch als das Rückgrat der Gesellschaft bezeichnet, da er:

  • 99,7 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ausmacht;
  • über 40 Prozent aller steuerpflichtigen Umsätze und nahezu 50 Prozent aller Investitionen tätigt;
  • über 70 Prozent aller Arbeitsplätze stellt;
  • und über 80 Prozent der Ausbildungsplätze schafft.

Unter dem herkömmlichen Begriff des Mittelstands bzw. der Small and Medium-Sized Enterprises, SME, findet ein Unternehmen globaler Ausrichtung, wie beispielsweise die HARTING Technologiegruppe, keine ausreichende Berücksichtigung mehr. Daher ist ein breiteres Verständnis des Mittelstands notwendig, das die so genannten Global Medium Sized Enterprises, GME, explizit berücksichtigt. Die GME sind auf den Märkten der Welt zu Hause und stellen sich im internationalen Wettbewerb tagtäglich neuen Herausforderungen. Es sind gerade diese Unternehmen, die das viel zitierte Rückgrat unserer Gesellschaft bilden – nicht zuletzt deshalb, weil sie in ihr unternehmerisches Handeln auch unter internationalen Marktbedingungen ihre Herkunft und Standortverbundenheit mit einbeziehen. In der Regel handelt es sich dabei um Familienunternehmen, bei denen die Kapitalmehrheit und Entscheidungsbefugnis in einer Hand liegen. GMEs sind durch ein generationenübergreifendes Denken und Handeln gekennzeichnet, so dass getroffene Entscheidungen auch nach dem Generationenwechsel weiterhin ihre Gültigkeit besitzen.